Ein Testbericht von Martin über das Curare Xi
Februar 28, 2009 by admin
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Technische Ausstattung (Abänderung zum Standard Curare Xi 2009 Modell sind in grün):
Rahmengröße: 45 cm, 150 mm am HR
Gabel: Suntour Epoicon RLD 120 +++ RockShox Lyrik UT 115-160 mm
Steuersatz: FSA Pig DH Pro
Dämpfer: Mallet TH-872 FR +++ DT Swiss EX 200 HPR
Vorbau: Amoeba Borla DH
Lenker: Amoeba Borla DH
Griffe: Velo 5391 AD
Sattelstütze: Amoeba Borla
Sattelklemme: Alu +++ Sattelschnellspanner XC-68 in 34,9 mm
Sattel: Velo BMX
Bremse: Hayes Stroker Ryde +++ Avid CODE, jeweils 203 mm an VR und HR
Schaltwerk: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Schalthebel: Shimano SLX
Kette: Shimano SLX
Kassette: Shimano SLX
Innenlager: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX 36 / 22 175 mm
Nabe VR: Shimano Deore +++ Novatec Steckachsnabe 20mm industriegelagert
Nabe HR: Shimano Deore
Felgen: Sun Extreme Disc ST 26 +++ Sun Single Track
Reifen: Kenda Blue Groove 26 x 2,35 +++ Schwalbe Big Betty
Pedale: +++ CMP 559 weiß
Design: +++ zweifarbig weiß/schwarz mit orangen Designelementen
Gewicht: 14,9 kg +++ noch nicht überprüft
Preise:
- I-Net-Preis laut Website von POISON-BIKES: 999,00 €
- TestBike-Preis in der o.g. Ausstattung: 1.674,00 €
Individuelle Einstellungen vor Beginn der Testfahrt:
- Fahrergröße: 183 cm
- Fahrergewicht: 95 kg, brutto inkl. Bekleidung, Schuhe, Helm und Trinkrucksack Camelbag M.U.L.E mit Werkzeug, Dämpferpumpe, QUICKER CO2-Pumpe, Ersatzkartuschen, Ersatzschläuche, HappaHappa, SchlürfSchlürf … und ausblasbare Werkbank

- HR: 2,2 bar
- VR: 2,0 bar (dank QUICKER Floorpump)
- DT Swiss EX 200 HPR: 9 bar, ca. 25% SAG, Plattform nicht aktiviert
- RockShox Lyrik U 115-160 mm, 160 mm, Mission Control nicht aktiviert.
Testgebiet:
- Lüderich (Overath / Rösrath)
Testfahrt:
- Datum: 19.02.2009
- Dauer: ca. 2 h
- Strecke: ca. 20 km
- Höhenmeter: ca. 300-400 hm (leider ohne GARMIN-Aufzeichnung
Akkus vergessen, aufzuladen.
)
Testfahrtabschnitte:
- Straße:
Nachdem ich nach einigen Versuchen die richtige Sattelhöhe gefunden hatte, fuhr ich locker pedalierend über Straße in Richtung Sülz. Während die RockShox Lyrik UT 115-160 mm sich durch die normale Pedalbewegung unbeeindruckt zeigte, wippte der Hinterbau des Curare merkbar. Ich sah, den Dämpfer arbeiten, was allerdings sicher auch am 25%igen SAG lag. Nach Zuschalten der DT Swiss EX 200 HPR Plattform war Ruhe im Karton. Überfahren von Bordsteinkanten bügelte der DT Swiss EX 200 HPR unauffällig weg. - Uferpfad an der Sülz:
Kategorie S0. Es war kein Unterschied gegenüber dem Straßenbelag festzustellen. Lediglich der Rollwiderstand der Schwalbe Big Betty war auf dem Splitt etwas höher als auf dem Asphalt. - Lüderich-Uphill von Norden gegen den Uhrzeigersinn bis zum Ringwall:
Kategorie S0-S1. Die SLX-Schaltung arbeitete präzise, leise und unauffällig. Dies blieb auch so über die gesamte Testfahrt. Während der Uphill-Runde schaltete ich zum ersten Mal das Mission Control der RockShox Lyrik UT 115-106 mm an. Ich probierte mehrere Abstufungen aus und aktivierte dann das Mission Control zu 100%. Sowohl kraftvolle Pedalieren als auch Wiegetritt führten nicht zu einem merkbaren Wippen am Hinterrad. Der DT Swiss EX 200 HPR verrichtete seinen Dienst unauffällig und damit sehr gut. Die RockShox Lyrik UT 115-160 mm mit dem zu 100% aktivierten Mission Control verhielt sich wie eine Starrgabel. Das Curare TestBike fuhr sich nun wie ein Starrbike. Lediglich beim Überfahren von Schmelzwasserrinnen, also Schlag von unten, federte der DT Swiss EX 200 HPR ein. - Lüderich-Downhill auf der Ostseite runter zur Sülz:
Kategorie S1-S2. Steile Passagen mit fetten Wurzeltrails, Schotterstrecken sowie matschige, rutschige zum Teil noch vereisten Untergründe mit kleinen Hüpfern über Wurzelabsätze begleiteten mich auf dem Downhill. Die RockShox Lyrik UT 115-160 mm war nach wie vor auf 160 mm eingestellt, allerdings nun mit deaktiviertem Mission Control. Der DT Swiss EX 200 HPR wurde nun im Downhill ohne aktivierter Plattform-Steuerung gefahren. In allen Passagen fühlte ich mich sauwohl auf dem Curare. Lediglich die Plattformpredalen vermittelten mir als eingefleischter SPD Shimano 424 Fahrer eine geringer Standsicherheit, wenn gleich der Grip auf dem CMP 559 klasse war. Die Schwalbe Big Betty bot mit eine gute Traktion, Grip sowie eine gute Rückmeldung über den Untergrund. In den matschigen Passagen lief sie allerdings ein bisschen schwer, saugte sich am Schlamm fest. Tja, und nun zur Avid CODE. Huijuijui, die sind gefährlich. Irgendwo hatte ich im Zusammenhang mit der Avid CODE die Titelierung “Wurfanker” gelesen. Ja, das stimmt. Punkt. Absolut präzise in ihrem Handling. Perfekt zu dosieren. Excellenter Druckaufbau mit perfekter Rückmeldung. Lässig mit einem Finger zu bedienen, ohne jemals den Eindruck zu vermitteln, man brauchte mehr Finger für den Bremskraftaufbau. Nachdem ich auf einem Downhill-Forstweg mit Schotterbelag die Bremsen eingebremst hatte, waren die anschließenden Singletrails ein Genuss. Das Zusammenspiel aller Teile am Curare zauberte mir ein fettes Grinsen aufs Gesicht. (Das sind die Momenten, die einem wieder klar machen, warum zusammen mit den anderen Buddies das alles im MTBvD macht). - Lüderich-Uphill auf der Ostseite:
Nachdem ich wieder die Plattform des DT Swiss EX 200 HPR eingeschaltet hatte, merkte ich im Uphill, dass ich schon sehr über dem Lenker mich positioniert hatte. Trotzdem neigt das Vorderrad zum leichten Schweben. Mit einem längeren Sattel wäre die Situation sicher einfach zu lösen gewesen, aber der Sattel Velo BMX ist für einem MTB-Sattel schon kurz. Also hielt ich an, schraubte die RockShox Lyrik UT 115-160 mm auf 115 mm runter und aktivierte das Mission Control. Zwar in einem kleineren Gang, was auf meine mangelnde Fitness zurüchzufürhen ist, aber dennoch locker pedalierend und ohne Wippen nahm ich die Uphill-Passage. Den Rückweg fuhr ich dann über Straße zügig wieder nach Hause.
Testurteil:
Nun, dies war die erste Testfahrt. Bei der nächsten Testfahrt möchte ich gerne langsamere und technischere Passagen (bis S3) fahren, um das Handling testen. Allerdings würde ich für die nächste Testfahrt folgende Änderungen vornehmen:
- VR: 1,8 bar
- HR: 2,0 bar (ggf. beide noch etwas senken)
- DT Swiss EX 200 HPR: keine Änderung, also 9 bar mit 25% SAG
- Sattel: Austausch gegen einen längeren und etwas breiteren Sattel. Entweder den Sattel von meinen Bike oder einen anderen von den TestBikes ausprobieren. Mit dem Sattel Velo BMX komme ich persönlich definitiv nicht klar.
- Pedale: Austausch der Plattform CMP 559 gegen meine Shimano 424. Gerade in den langsameren und technischeren Passage verspreche ich mir eine bessere Bikekontrolle.
Wer ein Enduro sucht, bei dem lange Tourenfahrten mit zügiger Fahrweise nicht im Vordergrund stehen (wg. 2-fach Kurbelgarnitur, Gewicht und Reifen), der aber sich den Downhill mit einem selbstgefahrenen Uphill ohne lästiges Wippen verdienen will, und es im Downhill, ob schnell oder langsam oder technisch krachen lassen will, dabei durch Fahrwerk und Bremsen die nötigen Sicherheitsreserven wünscht, ja, der trifft mit dem POISON Curare in der oben getesteten Ausstattung eine gute und preisgünstige Wahl.
So, und morgen mache ich mich erstmal ans Pflege und Warten.
Und obwohl ich definitiv keine trockenen Verhältnisse hatte, sieht das Curare gar nicht zu schlimm aus.







