Erste Eindrücke vom POISON Zyankali Belt Drive
Januar 3, 2010 by admin
abgelegt unter Erfahrungsberichte
Sodele, kurzer Bericht zum Bike:
Zum Zyankali-Rahmen muss ich ja nichts schreiben, der wird vielfach gefahren und ist (geometrisch) baugleich mit dem E605, was bei mir seit zwei Jahren treu seinen Dienst ableistet.
Die verbaute Federgabel (Suntour SF9 Axon RLD ) scheint ein wenig höher zu bauen wie meine Reba, was das Handling ein wenig direkter macht. Das fällt aber nicht unangenehm auf.
Gut durchdacht ist das “Speed lock” der Gabel. Da es komplett gekapselt ist, kommt kein Schmutz heran (siehe dieses Bild). Das dürfte auf Dauer besser funktionieren als die Lösung (Pop Lock) von RockShox, die ein offenes System verbauen.
Auch die Ergononie des Hebels am Lenker gefällt durch seine zwei Knöpfe zum blockieren und lösen besser. Gerade mit Handschuhen im Winter ist er sehr gut zu bedienen.
Die Gabel ist leichter und günstiger als eine Reba SL und stellt so auch eine ernsthafte Alternative zur selbigen dar.
Die Laufräder mit der Mavic XM 117 Felge sind sicher nicht die leichtesten, aber sollten kaum kaputt zu bekommen sein.
Große Überraschung war für mich der montierte Reifen, Maxxis Larsen TT. eigentlich ein Reifen für trockene Bodenverhältnisse hatte er bei beiden Testfahrten auf Schnee, Eis und Schneematsch immer Gripp und vermittelte durchweg ein sicheres Fahrgefühl. Nicht einmal rutsche er bei Kurvenfahrten weg. Gefahren bin ich ihn mit 2,5 Bar bei dem Wetterverhältnissen (ich fahre immer mit mehr Druck als andere
)
Selbst verschneite Steigungen mit fest getretenen Schnee meisterte er ohne Probleme.
Der Schalthebel der Alfine Nabenschaltung ist sehr gewöhnungsbedürftig für diejenigen die sonst eine SLX, XT oder XTR fahren.
Erstmal muss man sich daran gewöhnen das man nur einen Schalthebel hat. Das ist das kleinste Problem.
Größere Umstellung bedarf die umgekehrte Schaltlogik für die Nabenschaltung. Entgegengesetzt zu “normalen” Rapidfire Hebeln, schaltet man hier mit dem großen Hebel auf die (sinngemäß) kleinen Ritzel und mit dem kleinen Hebel dementsprechend auf die großen Ritzel. Also komplett andersherum wie gewohnt. Das hat bei mir zu einigen falschen Schaltvorgängen geführt.
Ansonsten sind die Schalthebel der Alfine gewohnt leichtgängig und mit einer großen Anzeige versehen die einem den eingelegten Gang anzeigt.
Die Alfine Nabenschaltung hat “nur” 8 Gänge. Dies kommt einem im ersten Moment wenig vor, da man 27 Gänge gewohnt ist. In der Praxis zeigte sich jedoch das die 8 Gänge beim Fahren vollkommen ausreichen, wenn man nicht allzu sportlich unterwegs ist.
Die Abstufung der Gänge 1-7 ist gut. Mit den Gängen 1-3 kommt man jede Steigung hoch und auch heute bei den schneebedeckten Anstiegen waren genügend Reserven vorhanden um gut hoch zu kommen.
Die Abstufung zwischen Gang 7 und 8 ist etwas zu groß geraten finde ich. Vor allem merkt man im 8. Gang das relativ hohe Gewicht des Bikes. Es fühlt sich sehr zäh an bei höheren Geschwindigkeiten und man muss etwas mehr Kraft aufwenden um es auf Geschwindigkeit zu halten.
Die Nabe an sich läuft sehr leise.
Schaltvorgänge funktionieren präzise und schneller als bei den meisten Kettenschaltungen.
Beim Runterschalten auf die kleinen Gänge muss man ab und an ein wenig den Druck vom Pedal nehmen, da unter Volllast Schalten nicht so gut geht. Beim heraufschalten auf die großen Gänge kann man jedoch den vollen Druck aufs Pedal beibehalten.
Meiner Meinung nach spielt die Schaltung auf dem Trail ihre Stärken gut aus, da sie eben sehr schnell schaltet und auf engen Trails keine Angst haben muss das Schaltwerk abzureißen, weil ja keins da ist 
Die Gates Riemenscheiben im Zusammenspiel mit dem Zahnriemen laufen sehr sauber und ruhig. Man merkt, wie bei einer Kette, keinerlei Kraftverlust beim beschleunigen. Dadurch das die Riemenscheibe an der Kurbel offen konstruiert ist, wird Schmutz, Schnee und Eis nach innen vom Zahnriemen durch die Scheibe gedrückt (siehe Bild der Riemenscheibe).
An der nabe ist die Riemenscheibe so konstruiert, das der Zahnriemen nicht komplett aufliegt und sich so ebenfalls der Schmutz nach innen weggedrückt wird (siehe dieses Bild)
Fahreindrücke:
In den letzten beiden Tagen habe ich das Bike bei Eis, Schnee, Schneematsch und Wasser bei Temperaturen im Minusbereich bewegt. Insgesamt waren es 100 km die ich absolviert habe.
Durch die Alfine Nabenschaltung und dem Riemenantrieb hatte ich zu keiner Zeit mit Schaltproblemen oder sonstigen Problemen beim Antrieb zu kämpfen. Es funktionierte auch mit dicker Eiskruste nach einer Wasserdurchfahrt (ca 20 cm tiefes Wasser) als das Wasser an der Riemenscheibe und der Schaltung gefroren ist.
Im Gegensatz zur Scheibenbremse. Dort bildete sich eine Eisschicht auf der Scheibe so das die Bremswirkung danach gleich Null war.
Während meine Mitfahrer heute fast alle mit Schaltproblemen zu kämpfen hatten, lief das Belt Drive einfach weiter.
Für die derzeitigen Wetterbedingungen dürfte es wohl kaum ein besseres Antriebskonzept geben.
In der Ausstattung des Testbike ist es ein gutes Tourenbike für Biker, die keine Lust auf großen Wartungsaufwand für Schaltung und Kette haben.
Als Winterbike dürfte es perfekt sein.
Für sportliches Mountainbiken müsste es jedoch noch einiges an Gewicht verlieren (vor allen an den Laufrädern) und da dürfte die Rohloff mit ihren 14 Gängen die deutlich bessere Wahl sein.
Wer ein solides, günstiges und wartungsarmes Bike sucht um Touren zu fahren, der ist sicher sehr gut mit dem Zyankali Belt Drive bedient.






